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Teddyboy - Berühmt Berüchtigt Verfehmt Angefeindet Tot! |
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Alles und nichts wurde und wird den Teddyboys nachgesagt! Doch fangen wir am Anfang an und gehen ein paar Jahrzehnte zurück...
Zu Beginn der 50er Jahre bildeten sich in den Arbeitervierteln Englands (wo, wie man weiß, schon so manches andere ausgebrütet wurde) Jugendbanden, die sehr schnell eine spezielle Art der Kleidung für sich entdeckten: Sakkos, die bis weit auf die Oberschenkel herab reichten und Samtaufschläge an Kragen und Ärmeln aufwiesen, enge Stoffhosen und Schuhe mit Creppsohlen. Die Haare waren, im Gegensatz zu den üblichen Standardfrisuren, länger und wurden mit Pomade oder Frisiercreme nach hinten gekämmt. Die ganze Erscheinung nannte man dann Coshboy, und da der Kleidungsstil (speziell die gehrockartigen Sakkos) sehr an jenen zur Zeit von König Edward (zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts) erinnerte, nannte man ihn Edwardian Style. Die Coshboys machten aufgrund von üblen Schlägereien und anderen Schandtaten ziemlich schnell auf sich aufmerksam, und schon Mitte der 50er Jahre konnte man im britischen Kino Filme über diese üblen Gesellen sehen (Cosh Boy 1954; Cosh Boy Rumble 1955; u.s.w.). Irgendwann fiel dann die Bezeichnung Teddyboy (Teddy = Kosename für Edward; bezieht sich auf den Edwardian Style) und so hatte das Ding seinen Namen.
Ähnlich wie die juvenile delinquents (= jugendliche Straftäter) in Amerika, entdeckten die Teddyboys den RocknRoll für sich - und im Laufe der nächsten 15 Jahre kam es bei fast jeder RocknRoll-Veranstaltung zu schweren Ausschreitungen. Hier näher darauf einzugehen würde absolut zu weit führen (wer mehr dazu erfahren möchte, sollte sich das Buch von Brian A. Rushgrove besorgen), doch Ende der 60er waren die Teddyboys mit Abstand das Berüchtigste, was es zu jener Zeit gab, und nicht ohne Grund.
In den 70ern waren es denn auch die Teddyboys, die das Revival einläuteten siehe das Wembley Show Video von 1974 oder The March of Teddyboys 1976. Stilistisch hatte sich in all den Jahren nichts verändert: Drapes (eben jene langen Jacken), Creepers (zu dieser Zeit vornehmlich Bensons gibt es heute immer noch), Drain Pipe Trousers oder, im Alltag, Jeans, Donkeyjacket, Boots, bzw. die allgegenwärtigen Chukkas in Halbschuh- oder Bootform. In Sachen Musik hat sich seit den 70ern mit Bands wie den Wild Angels, CSA, Shazam, Matchbox, Flying Saucers und Interpreten wie dem frühen Shakin Stevens (mit den Sunsets) und dem allseits geliebten Crazy Cavan, u.s.w. eine eigene Szene entwickelt. Aber auch die englischen Bands der späten 50er / frühen 60er Jahre stehen hoch im Kurs, z.B. Wee Willie Harris, Vince Taylor, Screaming Lord Sutch, Shadows, u.s.w.
Gerade in den letzten Jahren hat sich wieder eine Art Teddyboy-Revival entwickelt, und Veranstalter wie Pollytone (Teddyboy Weekender), Panhandle Rebs oder Rockin Indians tun das ihrige, um eine Szene am Leben zu erhalten, der wir eigentlich für ihre mehr als 40 Jahre währende Treue zum RocknRoll zu Dank verpflichtet sind.
Diesen Artikel erhielt ich per Email von den "Gewohnheitstrinkern". Doma, ein Freund der Band, hatte diesen Artikel verfasst und man hat ihn uns zur Verfügung gestellt. Dafür gibts natürlich ein fettes Dankeschön von Krautland.net (damals Orange Times). |
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